Quartierverein St.Fiden-Neudorf Stadt St.Gallen  
Siedlung und Gemeinde
Das Gebiet des Quartiervereins St.Fiden-Neudorf bildet einen Teil der ehemaligen Politischen Gemeinde Tablat und dehnt sich von St.Fiden bis zur östlichen Stadtgrenze und von den Bahnlinien südwärts in Richtung Notkersegg und St.Georgen aus. Es umfasst u.a. die Wohngebiete St.Fiden, Grossacker, Birnbäumen, Hagen- buch, Krontal, Neudorf, Stephanshorn und Achslen/Wilen. 1255 wird ein Hof Tablat urkundlich erwähnt und gab dem Gebiet, das heute auch St.Gallen-Ost genannt wird, seinen Namen. Damals standen in dieser Gegend erst einzelne Bauernhöfe in einer Wiesen- und Waldlandschaft. Später übernahm die Kirche St.Fiden eine Zentrumsfunktion.

Die Höfe auf dem heutigen Gebiet Tablat, von Rotmonten bis St.Georgen, gehörten im frühen Mittelalter grösstenteils dem Kloster St.Gallen als Lehensherrn. Die Fürstabtei erlangte im 15. Jahrhundert die Landesherrschaft in diesem Gebiet, und Tablat bildete fortan ein eigenes Gericht (1458) und erhielt eine Gemeindeordnung (1681). Die alte äbtische Lehenhof-Einteilung wurde infolge Erbteilungen im Verlaufe der Zeit aufgesplittert, weswegen immer mehr kleinbäuerliche Verhältnisse vorherrschten. Es entstand eine dorfähnliche Gemeinschaft, aber kein eigentliches Dorf Tablat; die Gemeinde setzte sich aus verschiedenen Weilern und Einzelhöfen zusammen.

1798/1803 bis 1918 existierte Tablat als politische Gemeinde, die zunächst dem Bezirk Rorschach und dann dem Bezirk Tablat angegliedert war. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg nahm die Bevölkerung vor allem wegen des Stickereibooms explosionsartig zu. Die Stadt St.Gallen wuchs mit ihren Nachbargemeinden Straubenzell und Tablat zu einer Einheit zusammen. Die Folge davon war 1918 die politische Verschmelzung zu «Gross- St.Gallen» mit rund 75 000 Einwohnern. Dagegen sind in den ehemaligen Aussengemeinden Tablat, Rotmonten und Straubenzell weiterhin als eigenständige Ortsbürgergemeinden erhalten geblieben.
St. Gallen-Neudorf früher